Reisebericht Vietnam – das Überraschungsland!

 

Mein Reisebericht Vietnam

Vietnam, ein Land im Umbruch. Für mich das Überraschungsland! Weitläufige Landschaften und wunderschöne Reisterrassen versprechen wunderschöne Trekkingtouren. Atemberaubende weiße Sandstrände laden zum Baden und relaxen ein. Auch das ein oder andere UNESCO-Weltkulturerbe sowie UNESCO-Weltnaturerbe gibt es zu entdecken.

Mein Reisebericht Vietnam beginnt im Norden, in der Hauptstadt Hanoi, und endet im heißen Süden in Saigon (Ho Chi Minh). Insgesamt hatte ich fast vier Wochen am Stück Zeit durch Südostasien zu reisen. Deshalb plante ich 2 Wochen Backpacking Vietnam, fünf Tage für Siem Reap, um den Ankor zu besuchen und die restlichen Tage für den Golf von Thailand. Ich schrieb mir alles Orte und Inseln auf, wo ich sein möchte und kalkulierte die Tage durch. Definitiv war es ein straffes Programm aber machbar. Doch wie man es auch plant, es kommt immer anders als man denkt, denn wird es manchmal die Zeit und die Infrastruktur oder auch die Lust länger an einem Ort zu verweilen nicht zulassen, diesen Plan so einzuhalten. Ein spannendes Abenteuer würde es also wieder werden.

2 wochen Vietnam

Meine Backpacking Vietnam Route:

Hanoi→Halong Bucht→Da Nang→Hoi An→Cham Islands→Nha Trang→Mui Ne→Saigon (Ho Chi Minh City)

 

impfungen für Vietnam

Um mich ideal auf diese Reise vorzubereiten, prüfte ich, ob noch weitere Impfungen nötig waren. Neben Tetanus, das so oder so alle zehn Jahre aufgefrischt werden muss und Hepatitis A und B, dagegen hab ich mich schon letztes Jahr für Thailand geimpft, werden noch weitere Impfungen empfohlen, wie z. B. Diphterie und Polio. Ich kann nur sagen, einfach nur noch eine Malariaprophylaxe mitgenommen zu haben. Jeder Reisende sollte sich eine gewisse Zeit vorher selbst bei seinem Hausarzt informieren und auch selbst entscheiden, gegen was er sich impfen lässt. Wichtig ist auch mitzuteilen, wo man sich genau aufhalten wird. Oder man geht ins Tropenschutzinstitut, muss aber damit rechnen, für eine Beratung Geld zu bezahlen.

Außerdem machte ich mich noch ein bisschen fit mit Ausdauersport, bewegte mich viel mit Rad und zu Fuß, ging joggen, da wieder beeindruckende Trips und Wanderungen auf mich warteten und ich mit einem gestärkten Immunsystem voranschreiten wollte.

 

Visum für Vietnam

Ach und nicht zu vergessen war, dass ich ein Visum für meinen Aufenthalt in Vietnam brauchte. Ich besorgte es mir in der vietnamesischen Botschaft in Berlin und das Ausstellen erfolgte per Express an einem Tag. Kostenpunkt ist zwischen 60 € und 70 €, aber Achtung! Der Preis kann je nach Bearbeiter variieren, kein Witz. Deshalb stehen keine festen Preise auf der Seite der Botschaft und da ich nun schon zwei Mal ein Visum beantragt habe, spreche ich aus Erfahrung. Also, am besten ist es, man legt gleich die 60 € auf den Schalter, um dem Mitarbeiter zu signalisieren, dass man weiß, wie der Hase läuft!

Mit großer Neugier und riesiger Vorfreude sollte es dann endlich los gehen mit meiner zweiten Rucksackreise, auf in die wunderschöne Welt. Warum ich wieder mit dem Rucksack reise? Weil es einfach bequemer und unkomplizierter ist. Außerdem gibt es noch eine kleine Anekdote dazu, denn als ich dann mal einen Kurztrip nach Mallorca oder zur Ostsee machte, war ich nur noch mit einem Handgepäcksrucksack oder -koffer unterwegs. Ich lernte dadurch einfach weniger und praktischer zu packen. Viele Männer werden das wahrscheinlich gerad gerne gelesen haben und sind animiert dazu mit ihren Frauen mal eine Rucksackreise zu machen.

 

Wetter in Vietnam

Generell war in Nordvietnam gerade Winter in Hanoi, meinem Startpunkt, für mich mit milden 22 Grad und Sonne wie Frühling. Es ist so, dass Vietnam aufgrund der Größe in mehrere Klimazonen aufgeteilt wird, so gibt es im Norden subtropisches Klima, wo der Winter von November bis April auch unangenehm kühl sein kann. In Sa Pa kann es sogar Frost und Schnee geben, da es sich im Hochland befindet. Im Sommer gibt es dann Temperaturen bis 38 Grad. In Südvietnam wie z.B. in Ho Chi Minh City herrscht tropisches Klima. Es ist immer heiß, Regenzeit ist von Juni bis Oktober, sodass es sehr feuchtfröhlich werden kann und auch mal ein Taifun vorbeifegt. Schon ein Wunder diese unterschiedlichen Klimazonen auf der Erde.

 

Von Berlin nach Hanoi

Ankunft: 05.03.2013, 9:30 Uhr

Nach kurzem Zwischenstopp in Doha (Katar) brauchte ich etwas mehr als 17 Stunden von Berlin Tegel, um nach Hanoi zu kommen. Leider musste ich danach noch etwas Wartezeit mitbringen, da die Visumkontrolle im Flughafen passiert werden musste und zugegeben, ich war etwas nervös, denn es wurde ganz streng geguckt, keine Miene verzogen, ein Foto von mir gemacht, der Stempel raufgedrückt, fertig! Ich schnappte mir noch schnell meinen Rucksack vom Gepäckband und los ging es in eine neue Welt voller spannender Entdeckungen. Bevor ich den Flughafen verließ, wechselte ich noch etwas mitgenommenes Bargeld in Dong, denn die Wechselkurse sind vor Ort einfach besser und man macht mit dem Dong ein besseres Geschäft als mit dem Dollar.

 

Taxi Mafias in Vietnam

Schon in der Ankunftshalle fühlte ich mich etwas beobachtet, denn als ankommender Tourist ist man natürlich Frischfleisch für die Taxi Mafia, kurz darauf lief mir schon ein Vietnamese hinterher und bat mir ein Taxi an, immer und immer wieder. Ich blockte jedoch ab, denn genau das konnte ich schon in meinem Reiseführer nachlesen. Aufpassen heißt es also bei solchen aufdringlichen Angeboten.

Raus aus dem Flughafen organisierte ich mir dann selber ein Taxi. Aber auch da muss man aufpassen, denn viele, die sich als Taxiunternehmen ausgeben, sind es nicht! Seriöse Taxiunternehmen sind Mai Linh und Vinasun und die Namen müssen auch genau so geschrieben sein! Vom Flughafen in die Altstadt von Hanoi braucht man circa eine Stunde und kostet rund 300.000 Dong, umgerechnet sind das in etwa 12 €. Utopische Preise die verlangt werden, sind nicht korrekt und unseriös, also sollte man immer vorher verhandeln und schön aufs Taximeter achten.

Und schon war ich mittendrin in einer völlig anderen Welt. Während der Taxifahrt war ich wieder permanent am Grinsen, denn ich erfreute mich daran, das erste Wahrzeichen Vietnams zu entdecken, die aus Reisstroh oder Palmenblättern gemachten Kegelhüte. Spätestens jetzt begriff ich, ich war in Vietnam. Außerdem beeindruckten mich weitläufige, schöne Landschaften und nicht zu vergessen, die vielen Reisfelder. Es war so faszinierend zu beobachten, wie die Vietnamesen auf ihren Feldern noch mit traditionellen Mitteln, gemeinsam mit Wasserbüffel und Kegelhut, ihrer Arbeit nach gingen. Total idyllisch aber auch sicherlich eine Knochenarbeit, die für uns nur noch schwer vorstellbar ist.

 

Straßenverkehr in Vietnam

Total außergewöhnlich und verrückt war auch der Verkehr auf den Straßen Vietnams, es ist nun wirklich der chaotischste Verkehr, den ich jemals erlebt habe. Anscheinend ist das in Asien so üblich. Ich dachte schon Bangkok wäre chaotisch, aber das? Das muss man mit eigenen Augen gesehen haben. Ich würde sagen, es gibt keine Verkehrsrichtlinien oder es hält sich einfach keiner an irgendwelche Regeln aber es gab jede Menge dominantes Gehupe dafür, um das Überholen zu signalisieren. Überall waren Roller, übrigens das Gefährt Nummer eins in Vietnam, Fahrräder, Fußgänger und Rikschas kreuz und quer, zum Teil saßen sie zu fünft auf einem Roller. Der absolute Knaller waren Roller, beladen mit Bäumen links und rechts, bloß festgebunden mit einem Seil. Unglaublich. Ich wusste nicht, ob ich den Kopf schütteln oder einfach nur Staunen sollte. Und diese Überholmanöver wieder und wieder, puhhhhhhhhhhh, nichts für schwache Nerven.

So langsam spürte ich die Hauptstadt, denn das Leben fing an noch doller zu pulsieren. Ich hatte das Gefühl, das tobende Leben fand überwiegend draußen statt. Die Straßen waren voller Menschen. An jeder Ecke gab es viele Läden mit Dingen des täglichen Lebens, Garküchen auf den Straßen, wo gegessen wurde auf Mini-Plastikhockern und es gab Frauen, die vom schmalen Bordstein frische Früchte, verschiedene Gemüsesorten, Salate, Fisch und Fleisch verkauften, selbst angebaut und selbst geschlachtet natürlich.

 

Hanoi Altstadt

In der Altstadt angekommen, welche übrigens sehr an französischen Kolonialstil erinnert, suchte ich nach einer bestimmten kleinen Gasse, wo sich meine ausgesuchte Backpacking -Unterkunft für die erste Nacht befand. Ich machte mich kurz frisch, wechselte um auf T-Shirt, Shorts sowie Flip Flops und zog zu Fuß los durch die Straßen. Frauen trugen schwere Obstkörbe über der Schulter, festgebunden an einer Stange, das Gewicht ausbalanciert, wie bei einer Waage und liefen quer über die Straßen bei diesem Verkehr. Man schlug sich die Hände vors Gesicht, weil man es sich gar nicht mit ansehen konnte. Nun kam auch der Moment, wo ich als Fußgänger die Straßenseite überqueren wollte. Ich beobachtete vorher genau, wie es die Vietnamesen machten, nämlich ohne nach links und rechts zu gucken. Na dann Augen zu und durch! Es klappte, tatsächlich, ich ging einfach los, es war, als hätte ich irgendwie ein Schutzschild um mich herum gehabt. Selbstbewusst und ohne Angst zu zeigen, ging ich rüber ohne langsamer zu werden. Geschafft! Wenig später kam der nächste Wahnsinn, denn ich traute meinen Augen nicht, als ich die vielen Kabelmaste mit hunderten Elektrizitätskabeln überall sah, die einfach bunt zusammengebunden und ohne irgendwelche Sicherheitsvorkehrungen in der Luft herum hangen und der Strom so funktionierte, phänomenal.

Eine weitere Sehenswürdigkeit erreichte ich, das Wahrzeichen Hanois, der Hoan Kiem See, mit seiner roten Brücke „The Huc“, auch Sonnenstrahlbrücke genannt. Er ist ein beliebter Platz für Hochzeitspaare, die sich dort fotografieren lassen und für Touristen, die den Jadebergtempel und den Schildkrötenturm sehen möchten, weil ein bisschen Dynastie-Geschichte dahinter steckt.

Weiter ging es durch die 36 Straßengassen, ein absolutes Muss in Hanoi. So langsam bekam ich Hunger, denn überall duftete es nach einheimischen Köstlichkeiten und ich sah überall essende Vietnamesen, anscheinend war gerad Mittagszeit.

Kleiner Tipp: Wo es gut besucht ist und die Einheimischen essen, kann bedenkenlos und sollte unbedingt gegessen werden, denn es ist das beste Essen Vietnams, dazu lernt man Land, Leute und das Flair besser kennen, man fühlt sich zugehöriger und es ist noch günstiger als in richtigen Restaurants. Guten Appetit!

 

Ho Chi Minh Mausoleum

Es folgte ein langer Spaziergang in Richtung Ho Chi Minh Mausoleum. Mittlerweile war es schon dunkel und das Mausoleum konnte man nur noch von außen bestaunen, da es ab 11:00 Uhr schon geschlossen war. Mit der dazugehörigen großen, satten Grünfläche, dazu noch den Wachen, die eine kleine Show hinlegten, als es zur Wachablösung ging, war es eine kleine Attraktion. Da es aber am nächsten Morgen schon weiter in die Halong Bucht ging, konnte ich den einbalsamierten Leichnam nicht mehr bestaunen, was aber auch ok für mich war.

Noch vor Ort sprach mich dann plötzlich ein Vietnamese mit gutem Englisch an. Er war sehr freundlich, nicht zu aufdringlich, erzählte mir ein bisschen über Hanoi, Ho Chi Minh und das Mausoleum und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, mir von ihm ein paar schöne Plätze zeigen zu lassen. Er war ein „EASY RIDER“, ein sogenannter Guide auf zwei Rädern, er zeigt dir die Stadt auf seinem Roller und verdient sich so nebenbei ein bisschen Geld. Dazu sagte ich nicht nein, handelte einen guten Preis aus und ohne ich mich versah, saß ich schon auf seinem Roller und fuhren zu schönen Pagoden, zur St. Josef Kathedrale aber noch viel besser, ich bekam ein Gefühl dafür wie es ist in mitten dieses chaotischen Verkehrs zu fahren. Niemals würde ich dort allein fahren, das stand fest. Was auch schön anzusehen war, waren die hohen dicken verwurzelten Mammutbäume überall auf den Straßen und natürlich die hohen Palmen. Die Natur, einfach herrlich. Bevor es dann ins Bett ging, buchte ich planmäßig meinen ersten Ausflug in die Halong Bucht sowie einen Flug nach Da Nang um weiter nach Hoi An zu reisen. Alles klappte reibungslos und ich freute mich auf den nächsten Morgen.

Weniger schön war allerdings die erste Nacht, denn ich habe für mich herausgefunden, dass ein Backpacker-Hostel nix für mich ist. Ich hatte zwar ein Zimmer für mich, doch es war laut, verhältnismäßig teuer und viel zu belebt, denn bis zu acht verschiedene Leute übernachteten in einem Zimmer und machten Party bis 6:00 morgens. Wer dort auf viel Gesellschaft aus ist, wäre dort in jedem Fall richtig. Jedem das Seine.

 

Halong Bucht – Vinh Ha Long

Ausflug: 06.03. – 08.03.2013 3 Tage & 2 Nächte

Wer nach Vietnam reist, muss unbedingt eine Tour in die Halong Bucht unternehmen. Die beste Reisezeit dafür ist von April bis Juni, denn da gibt es in der Regel Temperaturen ab 20 Grad aufwärts und es regnet so gut wie gar nicht. Aber auch Ausnahmen bestätigen die Regel, denn hatte ich perfektes Wetter und das Anfang März, ich hatte wohl den Wettergott mit im Gepäck. Wirklich wichtig ist eine etwas preisintensivere Tour zu buchen, die Dschunken sind besser, man ist in einer kleineren Gruppe und erlebt nicht diese Standard-Touren, die viele beschreiben, wie z.B. die nach Cat Ba Island. Rund 100 $ sollte man für diese Tour einplanen, denn es ist wirklich ein sehr besonderes und lohnendes Erlebnis.

Allerdings muss mich sich für diese Tour etwas durch den Agentur-Dschungel fragen, davon gibt es etliche an jeder Ecke. Drei Anfragen in Agenturen später und der Enttäuschung doch nur die klassischen Touren zu bekommen, ließ mich aber nicht aufgeben. Dann fand ich sie, meine Tour. Es war genau so, wie ich es mir vorgestellt hab, fern ab vom Massentourismus und würde diese bisher noch als Insidertipp werten. Die Agentur gab mir das Versprechen, sich von der Masse abzuheben und ich wurde nicht enttäuscht Nun zur Tour….

Von Hanoi dauerte die Fahrt zum Pier der Bucht ca. vier Stunden mit einem klimatisierten und komfortablen Minivan und lernte meine Gruppe kennen. Es waren nette Berliner dabei, (an dieser Stelle einen Lieben Gruß an Birgit, Claudia, Rita und Steffen) ein Paar aus Wien und noch ein paar weitere Pärchen. Zusammen verbrachten wir drei tolle Tage in der Bucht. Es gab leckere Mahlzeiten mit Reis, Gemüse und Meeresfrüchten, fuhren Kayak, konnten schwimmen gehen in der Bucht, machten eine Höhlenerkundungstour, besuchten eine Perlenfarm, sehr interessant, wie sie diese Dinger züchten und genossen zwei tolle Sonnenuntergänge bei netten Gesprächen und einheimischen Bierchen. Wir hatten auch einen super Guide. Sie hieß Coco, konnte gut englisch und hat uns super durch die Tour begleitet.

Als wir an Board gingen, fanden wir einen liebevoll gedeckten Tisch vor, eine tolle Überraschung, denn hatten wir schon etwas Hunger. Wir fuhren los und genossen das Mittagessen in vollen Zügen. Danach ging es zum Bug der Dschunke. Ein unglaubliches Gefühl war es vorne zu sitzen und einfach nur aufs Meer hinunter zu sehen. In diesem Moment gab es nur das Meer, schöne Felsformationen, strahlend blauer Himmel, die Sonne, die mich anlachte und mich, die so glücklich war an diesem Ort zu sein. Die Ruhe der Natur und das laue Lüftchen dort waren wirklich ein Traum und Balsam für die Seele. Und als wir weit genug draußen waren, sah ich auch genau die schönen Bilder, die man im Internet findet, nicht umsonst ist die Halong Bucht das UNESCO-Weltnaturerbe seit 1994.

 

Bai Tu Long Bay – Insel Ngoc Vung

Am ersten Tag legten wir nach Anbruch der Dunkelheit in der Bai Tu Long Bay an, auf der Insel Ngoc Vung, dort verbrachten wir die erste Nacht. Mit einem Tuk-Tuk Shuttle wurden wir zu einer sehr lieben Gastfamilie zum Homestay gebracht. Nach Begutachtung der einfach eingerichteten aber völlig ausreichenden Zimmer mit Moskitonetzen, machten wir alle noch einen kleinen Abendspaziergang, um noch einen weiteren Eindruck von der Insel zu bekommen. Man spürte die Fröhlichkeit und Heiterkeit, Kinder spielten gemeinsam auf den Straßen, sie lachten, fuhren mit Fahrrad durch die Gegend, spielten mit Steinen und nicht mit Handys oder Spielkonsolen. Manchmal konnte ich auch einen kurzen Blick in die Wohnhäuser werfen. Schnell wurde ersichtlich wie ursprünglich und einfach gehalten es hier war. Es gab gefühlt nur eine Hand voll Bewohner, die Häuser waren aus Stein, teilweise waren es richtig zerfallene und unbewohnbare Ruinen, es gab keine Touristengeschäfte, dafür aber so einige Generatoren um Strom zu erzeugen, richtige Klopper. Ab 21:00 Uhr werden diese dann ausgestellt und es gibt keine Lichter mehr auf der Insel.

Warmes Wasser gab es auch nur begrenzt, also mussten wir alle noch schnell unter die Dusche hüpfen. Natürlich fehlte das Sonnenlicht, um warmes Wasser zu erzeugen, doch ein wenig Restwärme war noch gespeichert. Bevor mich die Seeluftmüdigkeit schließlich ins Bett brachte, zauberten wir zum Abschluss gemeinsam noch ein leckeres Abendessen mit selbstgemachten Frühlingsrollen und Reis. Mit vollem Bauch sagte ich dann gute Nacht.

07.03.2013

Am nächsten Morgen erkundeten wir die Insel mit Fahrrädern etwas genauer. Eine großartige Idee, um das Flair von Ursprung und Ruhe noch mehr zu verinnerlichen, ich fühlte mich wie auf dem einsamen Lande. Wenig später gelangten wir dann an unser erstes Ziel, an einen menschenleeren Strand, es war der einsamste Strand an dem ich je gewesen bin. Allein dafür war es diesen Trip wert. Leider war es sehr trüb an diesem Tag, es ließ uns alle aber nicht davon abbringen mit guter Laune barfuß über diesen tollen breiten Strand zu stolzieren, dem Meeresrauschen zuzuhören und ein vietnamesisches Pärchen dabei zu beobachten, wie sie ganz traditionell ihr Mittagessen im Meer mit einem Fischernetz fingen.

Danach ging es wieder auf unsere gemütliche Dschunke, um zurück in die Halong Bucht zu fahren und dort eine Nacht auf dem Golf von Tonkin zu verbringen. Anfangs war ich ein bisschen skeptisch, ob ich eventuell seekrank werden würde, doch habe ich überhaupt keinen Seegang gemerkt und die Angst war völlig unbegründet. Es gab wieder eine Rundumverpflegung, Musik und um 21:00 Uhr war Schlafenszeit.

 

Halong Bucht

08.03.2013

Ich öffnete die Augen um 8:00 Uhr morgens und sagte zu ihr „Guten Morgen Halong Bucht, “ Es war ein herrliches Aufstehen mit Blick raus aus dem Fenster auf die Bucht. Noch perfekter wurde der Morgen, als wir zum Frühstück mit Eierkuchen versorgt wurden und mit einem Kaffee, der es in sich hatte, boah, war der stark. Die Sonne lachte mich wieder an, keine Wolke war am Himmel und diese Ruhe, ein überwältigender und auch irgendwie märchenhafter Moment. Danach steuerten wir die Rückfahrt an zum Pier und hatten noch ein paar Stunden, um die wunderschöne Kulisse einzufangen.

Am gleichen Tag hatte ich noch die Weiterreise von Hanoi nach Hoi An geplant, alles war super durch kalkuliert. Der Flieger sollte um 18:45 Uhr nach Da Nang starten, die Ankunft in Hanoi sollte um ca. 15:30 Uhr am Flughafen erfolgen, wir waren auf dem Rückweg, alles lief nach Plan. Doch dann passierte es. Plötzlich kamen wir zum Stillstand, die Schiffsschraube hatte sich in einer Sandbank verfangen, es ging nicht mehr vor und nicht zurück. Ich steckte in einer Sandbank in der Halong Bucht fest. Der Kapitän versuchte sich immer wieder loszulösen, machte den Motor aus und wieder an, vergebens. So langsam machte sich etwas Nervosität breit. Immer wieder ertönte die Sirene unserer Dschunke, um auf uns aufmerksam zu machen. Wenn keine Hilfe käme, müssten wir auf die Flut warten¸ sagte Coco, unser Guide. Na gut, das Wichtigste war ja eigentlich wieder unversehrt an Land zu kommen. Ich blieb optimistisch. Unser Guide fing an zu telefonieren, um Hilfe zu organisieren.

 

Sieben Stunden vor Abflug

So langsam wurde es eng, richtig eng. Coco hatte unseren Standort per Handy durchgegeben. Ein Boot würde in ca. 1 ½ Stunden bei uns sein. Nach circa 40 Minuten sichteten wir auch schon eins, doch war es ein anderes was dort so rum schipperte und versuchte uns einen Anstoß zu geben, um von der Sandbank loszukommen. Doch plötzlich steckte auch dieses Boot fest. Es sah wohl ganz danach aus, als würde ich meinen Flieger verpassen. Was ist, wenn auch das Rettungsboot stecken bleiben würde? Es blieb also spannend.

Nach 30 weiteren Minuten kam dann schließlich unser Rettungsboot, beladen mit Schwimmwesten. Wir sattelten mit unser aller Gepäck um und schauten zum Abschluss den zwei gekenterten Booten nach. Sicher an Land angekommen, war es definitiv ein kleines aufregendes Abenteuer. Damit alles noch nach Plan lief, hatte der Veranstalter dazu noch veranlasst, dass ich mit einem Taxi zum Flughafen gebracht wurde, um meinen Flug nicht zu verpassen. 50 Minuten vor Abflug checkte ich dann ein. Was für ein unvergesslicher Tag. Die Halong Bucht wollte anscheinend noch nicht, dass ich sie verlasse. Ende gut, alles gut. Weiter ging es in die bezaubernde Stadt der Lampions.

 

Hoi An – die bezaubernde Stadt der Lampions

Ankunft: 08.03.2013, 20:45 Uhr

Hoi An liegt am südchinesischen Meer und ist eine wunderschöne Küstenstadt in Zentralvietnam, in der Provinz Quảng Nam. Hoi An galt früher als der größte Hafen Südostasiens. Es ist die für mich schönste Stadt in ganz Vietnam, sodass ich einige Tage dort verbrachte. 1999 wurde die Altstadt dann zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Es ist auch die einzige Stadt die unversehrt den Vietnamkrieg überlebt hatte.

Der Flug von Hanoi dauerte circa 1 ½ Stunden. Abends angekommen in Da Nang waren es noch warme 25 Grad, umso mehr ich in den Süden reiste, desto merklicher war der Temperaturanstieg. Ich ließ mich mit einem Taxi in das ca. 30 Kilometer entfernte Hoi An bringen und hatte eine Begleiterin, die ich am Flughafen kennen lernte. Da ich noch keinen Plan hatte, wo ich übernachten würde, fuhr ich mit in ihre Unterkunft und teilten uns somit das Taxigeld. Den Fahrer bat ich kurz zu warten, falls nichts mehr frei sein würde und so war es dann auch. Ich stieg wieder ein und fragte ihn, ob er eine Übernachtungsidee für mich hätte.

In Vietnam ist es so, dass jeder jemanden kennt, der jemanden kennt usw. Er telefonierte kurz und brachte mich in eine wunderschöne Bungalowanlage mit Pool. Es war noch ein Zimmer frei für diese Nacht, allerdings sprengte es den Budgetrahmen und verhandelte mit dem Besitzer, denn ob das Zimmer frei bleiben würde oder ob er ein bisschen Geld machen würde, die zweite Variante würde doch lukrativer sein. So war es dann auch. Die Unterkunft war der Oberkracher, eigentlich viel zu schade, um dort nur kurz zu verweilen, doch hatte ich ja noch fast drei Wochen vor mir.

09.03.2013

Ich fand am nächsten Tag ein tolle Unterkunft, nutzte gleich den Service des Fahrradverleihs und auf ging es in die Altstadt, die mich im Nu verzauberte. Alles wirkte süß und klein und es gab keine riesen Hotelklötzer, sondern schöne Holz- und Kolonialhäuser, die ab dem 16. Jahrhundert durch japanischen und chinesischen Einfluss erbaut wurden. Was ich ganz toll finde ist, dass die Altstadt gesperrt ist für Autos und Roller. Deshalb wirkte es dort so ausgeglichen und friedlich und sehr sauber. In den Straßen hingen überall Lampions und alles war so farbenfroh, einfach herrlich. Hoi an ist auch bekannt dafür, dass es die beste maßgeschneiderte Kleidung gibt. Das liegt daran, dass viele Inder in die Stadt gekommen waren und ihr Talent hier auslebten. Ich ließ mir übrigens eine schöne Tasche machen. Mittlerweile gibt es Maßgeschneidertes aber nicht nur in Vietnam, sondern in vielen anderen Ländern Asiens.

Zu entdecken gibt es außerdem das Wahrzeichen Hoi An´s, nämlich die schöne japanische Brücke, interessante Versammlungshäuser, den Tempel Quan Kong, kunstvolle Galerien, den Geschmack von Morning Glory, auf Deutsch Wasserspinat und die Altstadt bei Nacht, wenn die entzückenden Lampions in bunten Farben erleuchten und man bei traditioneller Musik über die Hafenpromenade und den Markt schlendert. Meine persönliche Entdeckung waren Süßkartoffeln, die ich dort jeden Abend an einer Straßenecke bei einer lieben Vietnamesin in Massen verzehrte.

Wenn man einfach nur relaxen möchte, gibt es sogar die Auswahl dies an zwei schönen Stränden zu tun, dem An Bang Beach und dem Cua Dai Beach. Auf dem Weg zum Strand kann man auch einiges erleben, denn ich blieb nicht unentdeckt, als ich einen Feldarbeiter dabei fotografierte, wie er auf dem Reisfeld arbeitete. Dieser machte mich prompt zu seiner Mitarbeiterin und ich stand plötzlich mit beiden Beinen im schlammigen Boden, dem organischen Dünger mit Wasser vermischt, und steckte Reispflanzen. Oh mein Gott war das eklig an den Füßen.

 

hoi an – Tempelstadt My Son

Ausflug: 10.03.2013

Nicht zu vergessen ist die märchenhafte Tempelstadt My Son, sie ist der perfekte Einstieg für alle, die die Tempelanlagen in Kambodscha noch nicht zu Gesicht bekommen haben. My Son erkundet man am besten bei einem Sunrise-Ausflug, das bedeutet bei Sonnenaufgang, also ging es früh morgens los mit einem etwas größeren Reisebus, da es definitiv zu den Touristenattraktionen schlechthin gehört.

Dort angekommen, ging langsam die Sonne auf und man fühlte sich wie in einem Märchenwald. Ich war total fasziniert von dem Anblick der Tempelstadt. Seit 1999 gehört sie dem UNESCO-Weltkulturerbe an, da sie Einfluss auf kulturellen Austausch hatte und auf die hinduistische Architektur Südostasiens. Die Baumstämme leuchteten in einem Gold und die Tempel fingen an in rotem Glanz zu erscheinen. Nur 20 von 70 Tempeln sind nur noch erhalten geblieben. Ein für mich sehr spiritueller Ort, der einen in die Vergangenheit zurück schickt, denn es sind beeindruckende Bauten, die mehr als 1500 Jahre alt sind und damals noch für Götter gebaut wurden. Wie wird es dann erst im Ankor Wat sein?

 

hoi an – Cham Island

Ausflug: 11.03.2013

Auch einen Ausflug nach Cham Island kann ich empfehlen, der Strand ist super schön und die Palmen mit ihren dicken Stämmen ein echtes Schattenparadies und es gab dort nur eine handvoll Touristen am Strand. Geht es aber um eine Schnorcheltour wird man auf jeden Fall enttäuscht. Das Meer dort war leider sehr trüb und es gab nur ein paar vereinzelte Fische zu sehen, mehr leider nicht. Aber die Tour hatte auch was Witziges, denn sprachen mich zwei Mädels an, die mich schon in Hanoi beim Essen gesichtet hatten. Wir tauschten uns aus, wer wie wo schon gewesen ist, wohin es uns weiter verschlägt und hatten gemeinsam, dass wir zur gleichen Zeit auf Koh Chang in Thailand sein würden. Liebe Grüße an dieser Stelle an Katharina und Steph aus den Rheinländern.

Wieder zurück in der Unterkunft, holte ich meine frisch gewaschene Wäsche ab, die ich am gleichen Morgen abgegeben hatte, denn genau wie in Thailand gab es auch in Vietnam wieder die Möglichkeit, einfach ein super Service und perfekt für alle die Backpacking machen. Da ich neugierig war, was es noch so Schönes in Hoi An zu besichtigen gibt, bevor es morgen weiter gehen würde, fragte ich noch nach einem Geheimtipp und prompt bat mir eine Mitarbeiterin nach ihrem Feierabend an, einen kleinen Ausflug mit mir zu machen, gemeinsam mit ihrer Familie würde ich auf einem kleinen Boot durch einen Fluss fahren, umringt von Kokosnusspalmen. Als ihr Mann sie abholte, fuhr ich den beiden mit dem Roller nach. Es dauerte circa 25 Minuten, bis wir zu einer kleinen Anlegestelle kamen. Dann sattelten wir auf ein süßes kleines Holzboot um und dachte mir, so muss es wohl auf dem Mekong Delta sein und dankte ihr und ihrer Familie für ihre Herzlichkeit und für die private Führung. Auch sprachen wir über das Leben in Vietnam und was soll ich sagen, es erschütterte mich, als sie mir erzählte, dass sie für einen ganzen Monat nicht mehr als 130 € verdient und nur vier Tage frei hat. Ihre Familie sieht sie nur selten, da die Mittel nicht gegeben sind, doch möchte sie ihre Kinder auf gute Schulen schicken, damit sie die Möglichkeit haben in Europa eine gute Bildung zu bekommen und später mal ganz viel Geld verdienen werden.

 

Von Hoi An nach Nha Trang

Ankunft 12.03.2013, 08:00 Uhr

Nach wunderschönen verbrachten Tagen verabschiedete ich mich am Morgen schweren Herzens von Hoi An. Irgendwann musste ich ja weiter ziehen und hatte ja schließlich nur ein zwei Wochenvisum für Vietnam. Zwei Tage vor Abflug organisierte ich mir einen Weiterflug nach Nha Trang, dem eher touristischen Staat von Vietnam, einer Küstenstadt in der Provinz Khánh Hòa. Geflogen bin ich mit einer noch richtig alten Propellermaschine, die Maschine war erschreckend leer, anscheinend fliegt keiner gern um 6:55. Es war ein etwas komisches Gefühl, weil ich eine andere Geräuschkulisse beim Fliegen gewöhnt bin. Nach ca. einer Stunde Flug und Stillstand auf der Landebahn, öffnete sich die Flugzeugtür und die Hitze erschlug mich, denn 30 Grad begrüßten mich.

Ich ließ mich dann ins Zentrum fahren, trotz erhöhtem Taxipreis, der in Nha Trang normal ist. Dort angekommen, konnte ich dem Hunger nicht ausweichen, denn es gab massig Restaurants, meist russischer Bewirtschaftung und suchte somit erst mal nach einem schönen Frühstück. Ich fiel fast vom Glauben ab, denn die Preise für das Essen waren fast doppelt so teuer als in den anderen Orten Vietnams, wo ich bisher gewesen bin. Ich spürte deutlich, dass hier ein anderer Wind wehte, eine andere Wirtschaft herrschte und viel Wert auf die Optik gelegt wird, denn als ich, nach dem ich eine günstige Unterkunft fand, etwas an der Strandpromenade spazieren ging, wirkte alles so künstlich angelegt. Es gab perfekt geschnittene Bäume, perfekt gemähte Grünflächen, alles war total sauber geputzt und die vielen Baustellen zeigten auf, dass noch weitere Hotels mit Blick zum Strand gebaut werden. Es wimmelt dort von Resorts und der Boom ist nicht aufzuhalten. Dazu locken kilometerlange Sandstrände und viele in der Bucht gelegene Inseln und Korallenriffe die Touristen in Scharen an und laden zum Baden ein.

Möchten Russen Urlaub machen und sich heimisch fühlen, sind sie in Nha Trang gut aufgehoben, die Straßen- und Hinweisschilder sind in erster Linie auf Russisch geschrieben, es gibt viele russische Bars, Restaurants und Shops. Außerdem gibt es viele Geschäfte, mit Echtlederwaren und Krokodilfarmen in russischer Hand. Für die russische Bevölkerung ist Nha Trang mittlerweile wie Mallorca für die Deutschen, da sie es von Moskau nicht weit haben mit dem Flugzeug und auch kein Visum brauchen.

Ich für meinen Teil war aber auf der Suche nach etwas anderem, dem Gefühl einfach abgeschiedener zu sein und nicht in einer sehr touristischen Gegend zu verweilen. Außerhalb des Zentrums war es zwar etwas ruhiger und man kann einiges besichtigen wie die Cham Towers und den Dam Market. Außerdem kann man mit einer Hochseilbahn über das Meer auf eine Insel gelangen der Vinpearl, die eigentlich eher ein kleiner Freizeitpark ist mit Wasserrutschen, Spielbuden und einigen Karussels. Der Eintritt ist in der Fahrt mit inbegriffen, also verbrachte ich einen Tag bei den Wasserrutschen.

Nach 1 1/2 Tagen war für mich dann wieder Abfahrzeit, es ging nachts um 24:00 Uhr weiter nach Mui Ne mit einem Sleepingbus, in dem es keine Sitzplätze sondern für jeden Schlafliegen gab. Na das nenne ich doch mal eine geniale Erfindung. Wer allerdings einen leichten Schlaf hat, so wie ich, wird wahrscheinlich nicht viel zum Schlafen kommen aber dafür die Beine ausstrecken können. Zu erwähnen ist aber, dass Personen ab 1,80 die Beine anwinkelten müssten. Da die Straßen leider nicht mit unseren zu vergleichen sind, kann es mitunter auch sehr holperig werden.

 

Von Nha Trang nach Mui Ne

Ankunft: 14.03.2013, 06:30 Uhr

Bevor es nach Saigon gehen sollte, wollte ich unbedingt noch einen kurzen Abstecher nach Mui ne machen, denn die roten und weißen Sanddünen wollte ich mir nicht entgehen lassen. Glücklich war ich auch über die Ruhe, die man dort fand und dem Gefühl wieder weiter weg zu sein von Überfluss, Habgier, Geld und perfekten Idealen. In diesem kleinen Fischerdorf wirkte alles sehr ursprünglich, es ging wieder um die kleinen Dinge des Lebens, die Freude machten, wie ein nettes Gespräch zwischen Einheimischem und Tourist und um selbstangebaute Früchte zu kaufen und dafür ein Lächeln zu bekommen. Außerdem gab es hier weder angereihte Hotels und Touristengeschäfte, noch Touristen im Überfluss. Dafür aber vermehrt Krokodil am Spieß, was hier anscheinend als Delikatesse gilt, ich es aber nicht übers Herz gebracht zu kosten.

Um zum Dreh und Angelpunkt der Fischer und dem wundervollen Hafen zu gelangen, die tollen Sanddünen zu erreichen und dabei einen kleinen Canyon zu entdecken, sollte man Mui Ne unbedingt mit dem Roller erkunden, auch wenn nachgesagt wird, dass für die Touristen das Roller fahren verboten ist, da der internationale Führerschein nicht anerkannt wird. Das stimmt tatsächlich, doch wenn man ein paar Regeln beachtet, gibt es eigentlich keine Probleme, wie einen Helm zu tragen, die Geschwindigkeit von 50 km/h nicht zu überschreiten, dann gibt es keinen Grund, warum man angehalten werden sollte.

Mein Verhängnis wurde, dass ich die Tachoanzeige vom Roller nicht richtig auf Funktionalität geprüft habe. Auf dem Weg zu den Dünen ging mir bei der prallen Sonne der Sprit aus und das noch bergauf. Kein Laden war in Sicht und ich lief mindestens eine halbe Stunde, bis ich am Straßenrand auf eine Familie traf, die Sprit abgefüllt in Flaschen hatte, zu meinem Glück. Da ich eigentlich nur Geld mit hatte für die Dünen, bezahlte ich mit Mangos und ein paar Dong.

Nach zwei Stunden kam ich dann endlich bei meinen weißen Dünen an, wo es wenig Touristen gab, dafür aber die Möglichkeit mit Quad durch den Sand zu fegen, ein geiles Erlebnis aber auch nicht ganz ungefährlich, denn man sollte immer den Abhang genau im Auge behalten.

Da Mui Ne am südchinesischen Meer in der Provinz Bing Thuan liegt und viele windige Tage zu verzeichnen hat, ist es außerdem ein großartiges Paradies für Kite-Surfer, die regelmäßig ihren Weg ins schöne Vietnam finden.

 

Ho Chi Minh city -Saigon

Ankunft: 15.03.2013, 13:00 Uhr

Am nächsten Morgen ging es dann zum letzen Anlaufpunkt in Vietnam, nach Saigon. Insgesamt dauerte die Fahrt mit dem Bus fünf Stunden. Die ganze Zeit über hatte ich Glück mit dem Wetter, doch in Saigon angekommen, fing es an in Strömen zu regnen. Es war ein richtiger Monsunregen, trotzdem total warm und es blieb mir nichts anderes übrig, als mich erst mal in ein Cafe zu setzen, da auch alle Unterkünfte in meinem Budgetrahmen ausgebucht gewesen sind.

Ich merke dann, dass ich beobachtet werde, von einem Herrn, der mit einem Deutschland-Cappy auf seinem stehenden Roller saß. Anscheinend sah er mir an Deutsche zu sein und auch er saß sich dann ins Café, genau neben mich und fragte mich, ob ich auf Durchreise wäre und was meine Ziele wären. Sein Name ist Jochen, ist fast 70, sieht aber aus wie 50, durch die Lebensweise in Vietnam und lebt seit fast zehn Jahren nun in Vietnam. Er erzählte mir wie schön das Leben doch ist, er ein richtiger Geschäftsmann in Deutschland war und durch einen ungünstigen Vorfall seine Arbeit verloren hat. Durch seine Rente und das günstige Leben hier, lebt er wie ein König, hat sogar ein eigenes Haus mit Feldern wo er seine eigenen Lebensmittel anbaut und er eine Frau gefunden hat und somit glücklich und zufrieden ist. Eine tolle Geschichte. An dieser Stelle ganz liebe Grüße nach Phan Tiet.

Da es sich richtig einzuregnen schien, machte es für mich keinen Sinn mehr in Saigon zu bleiben, es sollte Tage lang so weiter regnen. Ich wollte mir eigentlich die Cu Chi Tunnel anschauen und vielleicht eine Tagestour durch den Mekong Delta machen, doch sind diese bei diesem Wetter entweder nicht möglich oder sehr ungemütlich zu besichtigen. Ich plante deshalb am gleichen Abend die Weiterreise nach Kambodscha, genauer gesagt nach Siem Reap anzusteuern.

Es ergab sich auch gleich, dass ich eine Agentur fand und meinen Platz im Bus organisierte. Zum Abend hin hörte es dann etwas auf zu regnen und lief noch ein bisschen durch Saigon, wo der Straßenverkehr wieder völlig chaotisch zuging, bloß noch voller als in Hanoi, hatte ich das Gefühl, denn es war gerad Rush Hour und die Eltern holten ihre Kinder von den Schulen ab und die Männer ihre Frauen von der Arbeit.

So langsam raste die Zeit, bald würde es los gehen und musste wieder zurück in Richtung Travel-Agentur, welche so lieb war und meinen Backpackerrucksack sicher aufbewahrt hat. Nun war es langsam an der Zeit Abschied zu nehmen, von dem schönen Vietnam. Ich muss sagen sehr positiv überrascht worden zu sein, denn es ist wirklich ein großartiges und faszinierendes Land, welches sich mittlerweile immer mehr als beliebtes Reiseziel entwickelt und meine Erwartungen völlig übertroffen hat, mit dem was ich entdecken konnte. Ich habe mir somit geschworen, noch einmal hierher zurück kommen, um noch zwei andere Provinzen zu bereisen, die ich in diesem Jahr nicht geschafft habe. Sa Pa und Phu Quoc.

Abschließend zu Vietnam kann ich nur sagen, dass ich sehr überrascht darüber bin über die Schönheiten, die Vietnam zu bieten hat, darunter zählt für mich die Altstadt von Hanoi, wo man die Kultur und Leute richtig mitbekommt, Sa Pa, die Halong Bucht, Hoi An und der My Son, die Sanddünen in Mui Ne, sowie die Insel Phu Quoc. Sa Pa und Phu Quoc besuchte ich wirklich ein Jahr später, da ich mir dafür mehr Zeit lassen wollte. Meinen Trip dazu findet ihr bald in einem weiteren Reisebericht.

Erstaunlich finde ich auch, dass unter den verschiedenen Ländern Asiens solche Unterschiede herrschen, die spürbar und leicht zu erkennen sind, das hätte ich so nie erwartet. im Gegensatz zu Thailand, wo der Tourismus schon sehr weit verbreitet ist, ist Vietnam so langsam im Kommen. Natürlich gibt es schon viele Touristen in Hanoi, Saigon, Nha Trang oder Hoi an aber es hält sich noch in Grenzen. Mal sehen, wie es sich die nächsten Jahre entwickeln wird. Ich denke Vietnam wird bald seinen touristischen Höhepunkt erleben, denn es ist ein Land voller toller und freundlicher Menschen und steckt voller Überraschungen.

Die Reiseroute nach Kambodscha und was ich dort alles erlebte, findet ihr hier Reisebericht Kambodscha